Handball-EM 2026
Vielleicht hat es der eine oder andere nicht mitbekommen: Die Handball-EM der Männer hat für die deutsche Mannschaft zahlreiche spannende Begegnungen gebracht! Bis zuletzt hatte unsere Nationalschaft die Chance, den Titel nach Hause zu holen. Zunächst lief alles nach Plan und Deutschland schaffte es in die Hauptrunde. Dort schlug man am Samstag, dem 24.01.2025 die Norweger, nachdem man sich bereits in der Vorrunde gegen Spanien durchsetzen konnte und auch die starken Portugiesen besiegte.
Turnier und Modus
Die Handball-Europameisterschaft der Männer lief vom 15. Januar bis zum 01. Februar 2026 und wurde von drei Gastgeberländern ausgerichtet: Dänemark, Norwegen und Schweden. Insgesamt kämpften 24 Nationen um den Europameistertitel, wovon allerdings schon die Hälfte vor der Hauptrunde ausgeschieden ist. Die 12 verbliebenen Teams wurden in zwei 6er-Gruppen eingeteilt, von denen jeweils die beiden Erstplatzierten ins Halbfinale marschierten.
Deutschlands Vorrunde
In Gruppe A bekam es die deutsche DHB-Auswahl mit den Gegnern aus Spanien, Österreich und Serbien zu tun – eine Konstellation, die bis zum letzten Spiel für absolute Hochspannung sorgte.
Mit dem ersten Spiel gegen Österreich wurde direkt getestet, wie reif die Mannschaft für dieses Turnier ist. Mit 30:27 bestand man aber diesen Reifetest. Es war keine Glanzleistung, aber es brachte Selbstvertrauen für die kommenden Spiele.
Gegen Serbien im zweiten Gruppenspiel gab es jedoch einen Dämpfer. Im Gegensatz zu dem ersten gewonnenen Spiel verlor das deutsche Handballteam dieses Mal mit 27:30 und musste hoffen, den Sprung in die Hauptrunde zu schaffen.
Vor dem letzten Vorrundenspiel war die Lage brisant. Durch Österreichs knappen Sieg gegen Serbien hatten Deutschland, Österreich und Serbien jeweils zwei Punkte. Deutschland wusste:
Ein Unentschieden gegen Spanien würde reichen – ein Sieg bedeutete sogar Gruppensieg und perfekte Ausgangslage für die Hauptrunde. Und genau dann lieferte das Team von Bundestrainer Alfred Gislason ab. Mit einer starken ersten Halbzeit (zwischenzeitlich 15:11), einem überragenden Andreas Wolff im Tor und treffsicheren Rückraumschützen wie Renars Uscins sowie einem spielfreudigen Juri Knorr setzte sich Deutschland mit 34:32 durch.
Ergebnis: ein Gruppensieg und 2 wichtige und nützliche Punkte für die Hauptrunde.
So funktioniert die Hauptrunde
Stand: 21.01.26
Die Hauptrunde besteht aus zwei Sechsergruppen. Die beiden jeweils besten Teams der Vorrundengruppen qualifizieren sich dafür und nehmen ihre erspielten Punkte aus den direkten Duellen mit. Für Deutschland heißt es in diesem Fall, dass sie die zwei Punkte aus dem Sieg gegen die Spanier mitnehmen. Da Serbien bereits in der Vorrunde ausschied, fallen diese zwei verlorenen Punkte weg. In der Hauptrunde warten nun echte Leistungstests. Mit dem Olympiasieger und Weltmeister Dänemark und dem amtierenden Europameister Frankreich ist die Gruppe jedoch noch nicht komplett. Hinzu kommen noch die Norweger sowie die Portugiesen. Alle weiteren Spiele finden weiterhin in Herning, Dänemark, statt, sodass viele deutsche Fans sich auf den Weg machen können. Nach all den absolvierten Spielen stehen am Ende die beiden besten Teams jeder Gruppe im Halbfinale.
Die Rechnung ist klar: Deutschland braucht für das Erreichen des Halbfinals einen der ersten zwei Plätze in der Gruppe.
Die Hauptrunde Deutschlands
Gelungener Auftakt gegen Portugal und Norwegen
Stand: 24.01.26
Am ersten Spieltag der Hauptrunde (25.01.) trat die deutsche Mannschaft gegen Portugal, den Dänemark-Bezwinger der Vorrunde, an. Spätestens nach dem 2-Tore-Sieg gegen die Dänen durfte man das Team aus Westeuropa definitiv nicht unterschätzen.
Das deutsche Team startete mit einer deutlichen Steigerung der Offensive und traf oft ins Tor. Zum Sieg trug auch unser deutscher Torhüter Andreas Wolff bei, der viele geworfene Bälle der Portugiesen parierte. Mit zwei Toren (32:30) schaffte die Mannschaft den Hauptrunden-Auftakt und sicherte in der so schwierigen Hauptrunden-Gruppe wichtige Punkte.
Im Spiel gegen Norwegen, das zwei Tage nach dem ersten Hauptrundensieg erfolgte, zeigte die deutsche Mannschaft ihren starken Charakter. Norwegen forderte Deutschland mit viel Tempo und vielen Würfen aus dem Rückraum, doch die Mannschaft zeigte starke Abwehr und zwang die Norweger zu schwierigen Abschlüssen. Vor allem bei Andreas „Andi“ Wolff darf sich das DHB-Team für den 30:28-Sieg bedanken, der ganze 22 Paraden ablieferte.
Mit den beiden eingefahrenen Siegen hatte die Deutsche Handballmannschaft schon eine gute Ausgangslage, war jedoch noch nicht sicher durch im Halbfinale. Dafür musste mindestens 1 Punkt, das heißt ein Unentschieden, in den nächsten beiden schwierigen Spielen her.
Halbfinal-Ticket gebucht
Stand: 29.01.26
Ein wichtiges Spiel gegen den Olympia- und Weltmeister Dänemark stand bevor, mit dem man das Halbfinal-Ticket buchen konnte. Doch das deutsche Handballteam unterlag den Dänen klar und konnte nie richtig auf Einstand herankommen. Das lag unter anderem auch an dem so starken dänischen Torhüter Emil Nielsen, der als einer der besten Handball-Torhüter der Welt gilt. Schließlich verlor man das erste Matchballspiel deutlich mit 26:31 und setzte alles auf die letzte, nicht viel einfachere Chance, gegen Frankreich.
Von Anfang an präsentierte sich Deutschland siegorientiert und sich sicher, den Titelverteidiger aus dem Turnier werfen zu wollen. Schon früh ging das DHB-Team in Führung und konnte auf den Top-Scorer des Spiels, Juri Knorr, zählen, der alleine in der 1. Halbzeit schon 6 Tore aus 6 Versuchen erzielte. Auch Torhüter Andreas Wolff und David Späth zeigten, was sie draufhaben und hielten konsequent die Würfe der Franzosen. Am Ende traf Juri Knorr insgesamt 10/10 Malen und trug zum halbfinalbuchenden Sieg gegen den Titelverteidiger aus Frankreich bei. Bundestrainer Alfred Gislason betont, dass es eine tolle Teamleistung gewesen sei und man sich auf das Halbfinale freuen dürfe. Gegner wird dort der Gruppenerste der anderen Gruppe aus Kroatien. Die Kroaten präsentierten bisher eine solide bis gute Leistung und sind definitiv kein leichter Gegner. Dennoch war Deutschlands Gruppe die deutlich stärkere, weshalb man stolz sein darf, den Sprung unter die besten 4 geschafft zu haben. Im anderen Halbfinale trifft unser Gruppenerster Dänemark auf den Gruppenzweiten aus Island. Beide Halbfinals sind am Freitag im Fernsehen frei anzusehen. Schaut rein und feuert die deutsche Mannschaft an!
Erstmals seit dem Titel 2016 wieder im EM-Finale
Stand: 31.01.26
Mit den Kroaten stand wie bereits erwähnt kein leichter Gegner gegenüber. Beide Mannschaften präsentierten sich von Anfang an stark und glänzten mit ihrem Tempo. Die Führung wechselte hin und her, abhängig von Fehlwürfen und technischen Fehlern. Zur Halbzeit führte das DHB-Team knapp mit 17:15. Mit einem souveränen 5:1 Lauf zu Anfang der zweiten Halbzeit konnte sich Deutschland deutlicher absetzen und konnte diese Führung bis zum Ende der Spielzeit halten. Am Ende war es ein etwas knapperes, aber trotzdem aussagekräftiges 31:28. Mit dem gleichen Endergebnis setze sich Dänemark gegenüber den Isländern durch. Im alles entscheidenden Endspiel traf man also auf den Nachbar und Gastgeber aus Dänemark. Bis zum Endspiel muss sich das deutsche Trainerteam eine gute und passende Taktik ausdenken, um wirklich gefährlich zu werden.
Dänemark einfach zu stark
Stand: 02.02.26
Von Beginn an wurde um jeden einzelnen Ball gekämpft und jedes Tor wurde stark umjubelt. Man wusste, dass es ein goldener Tag sein müsste, um die Gastgeber zu besiegen. Durch eine umstrittene rote Karte gegen Kiesler, einen deutschen Abwehrspieler, schwamm man kurz und geriet mit 2 Toren in Rückstand. Zum Glück aber konnte Andreas Wolff, Deutschlands Nr. 1 im Tor, ein paar Paraden liefern und ließ Deutschland im Spiel bleiben. Zur Halbzeit stand es jedoch, auch durch einen Siebenmeter verursacht, 16:18. Seit 2012 wäre dieser Finalsieg auch der erste Europameistertitel für die dänische Nationalmannschaft.
Nach 15 Minuten Halbzeitpause ging es schon weiter und die Handbälle flogen durch die Halle. Andreas Wolff hält den Rückstand gering, doch am Ende summieren sich ärgerliche Fehler wie verworfene Siebenmeter oder Passfehler. Dänemark zieht davon und siegt mit einem 7-Tore Abstand. Mit dem 27:34 gewinnt Deutschland ein hochverdientes Silber, anstatt Gold zu verlieren und ist extrem stolz auf die gezeigte Leistung über den Turnierverlauf. „Wir können erhobenen Hauptes das Turnier verlassen, und sind Dänemark im Vergleich zum letzten Finale ein gutes Stück näher gekommen“, sagt Mannschaftskapitän Johannes Golla. „Es ist die zweite Silbermedaille binnen eineinhalb Jahren, mit einer ganz jungen Mannschaft, das macht uns sehr stolz.“
Nach einem tollen Turnier tritt das DHB-Team die Heimreise mit einer Silbermedaille um den Hals an.









Hinterlasse einen Kommentar
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!